Reisen auf Frachtschiffen und "DDG HANSA" - Bremen
  Kaliningrad
 
Reise nach Kaliningrad


Am Mittwoch, den 5.9. 2012 bin ich erst um 7.30 Uhr aufgestanden. Am Abend zuvor war ich von der Crew zu einem Karaoke-Abend in der Mannschaftsmesse eingeladen worden und hatte einige Bierchen getrunken. Also ging ich zunächst einmal in die Messe, um eine Tasse frisch aufgebrühten Kaffee zu trinken. Nach einem kräftigen Frühstück und einer halben Stunde "Frischluft tanken" an Deck, war der leichte Kater wie weggeblasen.

2x "Toast Hawaii" zum Frühstück


Kurs Kaliningrad


An Deck


An Deck


Den Vormittag verbrachte ich zum größten Teil auf meiner Kammer. Die Zeit auf See nutze ich meistens dazu die gemachten Fotos schon mal zu sortieren und die ersten Videoaufnahmen wurden geschnitten. Zum Smoketime ging es um 10.00 Uhr in die Messe zum Kaffee trinken. Dort treffe ich mich meistens mit unserem "Chief" Josef Resch und wir klönen über dies und das. Gegen 12.00 ging ich dann zum Mittagessen. Kasseler Kotelett mit Sauerkraut und Salzkartoffeln. Dazu, wie immer, einen frischen Salatteller.

12.00 Uhr.... Mittagessen


Den Nachmittag verbrachte ich zum Teil auf der Brücke. Gegen 17.00 Uhr sollten wir den Lotsen am Eingang des Kaliningrader Seekanals aufnehmen. Das Wetter spielte auch mit, es war zwar bedeckt, aber relativ windstill und ab und zu ließ sich sogar die Sonne blicken. Ideale Vorraussetzungen zum fotografieren und Videos machen.

Blick von der Brücke


Auf der Brücke


Einfahrt in den Seekanal voraus


Die Einfahrt beginnt


Einfahrt Backbordseite



Einfahrt Backbordseite


Das Lotsenversetzboot


Die Einfahrt ind den Kaliningrader Seeschifffahrtskanal, wie er offiell heißt, erinnert mich ein bißchen an die Hafeneinfahrten von Klaipeda oder Riga. Alles ist relativ eng und bei schlechtem Wetter ist hier äußerste Vorsicht geboten. Das Wetter war allerdings an diesem Tag sehr gut und alles verlief reibungslos und so gegen 17.00 Uhr ging der Lotsentender an unserer Backbordseite längsseits und wir nahmen wir den russischen Lotsen auf. Die Revierfahrt auf dem doch recht engen Kanal dauert bis Kaliningrad ungefähr 3 Stunden. Der Kanal ist immer nur in eine Richtung befahrbar, so das es vor der Einfahrt immer zu Wartezeiten kommt.

Einfahrt Steuerbordseite


Auf dem obigen Bild kann man gut erkennen, wie sich die anrollenden Wellen an dem langen, nicht enden wollenden Strand der "Frischen Nehrung" brechen. Hinter dem schmalen Band der Nehrung liegt das "Frische Haff". An diesem herrlichen spätsommerlichen Tag ein wunderschöner Anblick, den ich sehr genossen habe.

Blick voraus im Seekanal


Steuerbordseite.... Blick auf das "Frische Haff"



Hoovercraftboote an Steuerbord


"Green Island" an Steuerbord


Auf dem obigen Bild ist der schmale "Grünstreifen" gut zu erkennen, der sich an der Steuerbordseite hinzieht. Dieser Damm, auch "Green Island" genannt, wurde aufgeschüttet und mit Bäumen und Buschwerk bepflanzt, um die Fahrrinne des Kanals vor dem "Versanden" zu schützen. Es gibt nur einige Öffnungen, um kleineren Fahrzeugen (z.B. Fischerboote) die Einfahrt in das "Frische Haff" zu ermöglichen.

Nicht schlecht gestaunt habe ich, als ich sah, das das Kreuzfahrtschiff "ASTOR" an der Pier von Baltijsk, dem ehemaligen Pillau, lag. Das 176 m lange ehemalige "Traumschiff" bot wirklich einen imposanten Anblick.

MS "Astor" an der Pier von Baltijsk



MS "Astor" in Baltijsk



MS "Astor"


Im Seekanal


Der Kaliningrader Seekanal hat eine Länge von etwa 43 Kilometern, was ca. 23 Seemeilen entspricht. Schiffe bis zu einer Länge von maximal 170 Metern und einem Tiefgang von 8 Metern können den Kanal bis Kaliningrad befahren.

Gegen 17.30 Uhr ging es dann zwischendurch schnell in die Messe zum Abendessen. Entenkeule mit Pürree und Karottengemüse. Nicht schlecht für einen Mittwoch.

17.30 Uhr Abendessen




Eine der Durchfahrten ins "Frische Haff"


Kleine Ortschaft an Backbord


Mobiles Heim eines Anglers


Im Seekanal



"Green Island".... Dahinter das Haff


"Plattenbauten" an Backbord


Gegen 20.30 Uhr machten wir am Abend im Hafen von Kaliningrad fest. Gegen 21.00 Uhr kam die russische "Immigration" zur sogenannten "Facecontrol" an Bord. Alle Besatzungsmitglieder und Passagiere müssen sich dieser Einreisekontrolle unterziehen, die im "Tallybüro" stattfindet. Man geht nach unten, stellt sich in die Reihe und wird aufgerufen, wenn man dran ist. Das Einreisevisum im Reisepaß wird überprüft (sehr gründlich) und das Foto wird mit der entsprechenden Person verglichen. Ist alles ok kann man wieder nach oben gehen. Die Beamten sind eigentlich sehr freundlich gewesen, aber wie gesagt, es wird alles sehr gründlich überprüft. Ich habe diese Einreisekontrollen in den USA auf Frachtschiffen schon sehr häufig erlebt und habe dort einmal wesentlich schlechtere Erfahrungen gemacht.
Am Abend erhielten wir noch Besuch vom Kapitän und dem "Chief" der vor uns liegenden "Lappland", auch ein Schiff der Reederei Petra Heinrich. Den Kapitän kannte ich von der "Anna Sirkka" und wir saßen noch gemütlich in der Messe, ich zog mich aber kurze Zeit später zurück, weil ich einfach müde war.

Am Donnerstag, den 6.9.2012 bin ich schon früh aufgestanden. Das Wetter war herrlich, die Sonne schien und es war angenehm mild. Eigentlich ideale Vorraussetzungen für einen Landgang, aber wegen meines "kaputten" Knies mußte ich leider auf Landgang verzichten. So ging es, wie jeden Morgen" erst einmal in die Messe zum Frühstück. Es war Donnerstag, d.h. "Seemannssonntag" und an diesem Tag gibt es Spiegeleier mit Speck und frische Brötchen.

7.15 Uhr Frühstück


Nach dem Frühstück fragte mich unserer "Chief", ob ich Lust auf einen Gegenbesuch auf der "Lappland" hätte. Da es nur ein paar Schritte an der Pier waren, bin ich natürlich mitgekommen, weil ich den 2.Ing Maxim gerne wiedersehen wollte, den ich von der "Anna Sirkka" kannte. Hier die Bilder.

Auf der "Lappland" - Es wird "gebunkert"


Auf der "Lappland" - Im Maschinenkontrollraum


Wir trafen uns in der Maschine. In der Mitte des Bildes der "Chief" der "Lappland", rechts der 2.Ing. Maxim, den ich von der "Anna Sirkka" kannte. Er stammt aus Kaliningrad.  Auf meiner letzten Reise auf der "Anna Sirkka" im März 2012 hatte er und sein Vater mir Kaliningrad gezeigt. Wir waren damals in seinem Auto kreuz un quer durch Kaliningrad gefahren und hatten überall dort angehalten, wo es was Interessantes zu besichtigen gab.

MS "Lappland" in Kaliningrad


MS "Lappland"


Die "Anna Sirkka" hinter der "Lappland"


MS "Anna Sirkka" in Kaliningrad


MS "Anna Sirkka" an der Pier



Hier geht es an Bord


Ein genialer "Abtreter"


Auf dem obigen Bild hatte wirklich jemand eine gute Idee. Vor dem Eingangsschott ins Innere des Schiffes ist ein Stück eines Straßenbesens abgesägt worden und dann auf die Palette vor dem Eingang genagelt worden. So kann man sich immer sehr gründlich die Füße abtreten, bevor man in die Messe geht. Diese Idee ist echt ein Foto wert.
Gegen 12.00 Uhr Mittagessen. Rinderroulade mit Rotkohl, Salzkartoffel und Soße. Dazu einen Rote Bete Salat. Echt wie bei Muttern.

12.00 Uhr Mittagessen



Da ich nun fast den ganzen Tag Zeit hatte, ging ich auf das Peildeck um mir von dort aus den Lade - und Löschbetrieb anzusehen. Im Hafen von Kaliningrad gibt es keine Containerbrücken, es wird hier noch mit herkömmlichen Kränen geladen und gelöscht. Für Passagiere sind solche Häfen natürlich ein großer Vorteil, denn die Arbeiten dauer so länger und man kann z.B. länger an Land bleiben. Die Container werden beim Laden mit Tampen in die richtige Position gebracht, bevor der Kranfahrer sie in die Luke absenken kann. Das hat bei manchen Containern richtig lange gedauert. Da das Schiff hier komplett entladen und zum Teil wieder beladen wurde lagen wir noch bis zum nächsten Abend hier in Kaliningrad. Hier ein paar Bilder.

Löschen in Kaliningrad


Das Schiff wird komplett entladen


Die Krankanzel


Löschen in Kaliningrad



Blick auf die Pier


Hafen Kaliningrad


Hafen Kaliningrad


Hafen Kaliningrad


Gegen 17.00 Uhr gab es Abendessen. Gegrillter Schweinebauch mit Beilagen.

Abendessen


Nach dem Abendessen habe ich mich dann auf meine Kammer zurückgezogen und habe gelesen.
Die Lade - und Löscharbeiten waren noch lange nicht abgeschlossen und so hatte ich noch fast einen ganzen Tag in Kaliningrad vor mir.

Am Freitag, den 6.9. 2012 bin ich schon um 6.30 Uhr aufgestanden, da ich keine Ladegeräusche mehr hören konnte. Es war verdächtig still, wie es auf einem Frachtschiff eigentlich nicht üblich ist. Ich vermutete, das wir in Kürze auslaufen würden und ging nach dem Duschen sofort in die Messe zum Frühstück, um danach in aller Ruhe filmen zu können. Das Frühstück entsprach genau meinen Vorstellungen. Bratwurst mit zwei Spiegeleiern auf Toast. Hier das Bild.

Frühstück in der Messe


Beim Frühstück erfuhr ich, das wir so gegen Mittag auslaufen sollte. Anschließend saß ich mit unserem "Chief" noch in der Messe und wir planten unseren Landgang in Gävle. Mittlerweile wurde auch wieder gearbeitet. Das Wetter war ausgesprochen schlecht, Nieselregen und sehr windig. Ich ging daher auf meine Kammer und arbeitete am Computer. Um 11.00 Uhr klingelte bei mir das Telefon in der Kammer. Der "Chiefmate" sagte mir, das ich wegen der Ausreise zur "Facecontroll" in den Tallyraum kommen sollte. Es war also soweit. Nachdem die Ausreiseformalitäten erledigt waren ging ich in die Messe zum Mittagessen. Es war Freitag, d.h. es gab Fisch, Scholle mit Pürree und Gemüse.

11.45 Uhr.... Mittagessen
 

Während des Essens erfuhr ich dann, das wir doch noch nicht auslaufen würden, da der Kaliningrader Seekanal wegen des starken Windes gesperrt worden war. Da bereits ein Schiff im Kanal unterwegs war, mußten wir unseren Liegeplatz für die MS "Carolina" freimachen und so verholten wir gegen 12.00 Uhr in ein anderes Hafenbecken, um dort so lange zu warten, bis der Kanal wieder freigegeben würde.

Verholen in Kaliningrad



Verholen in Kaliningrad


Verholen in Kaliningrad


Hafen von Kaliningrad


Blick auf den neuen Liegeplatz


"Sehleute"


MS "Feed Stavanger"


MS "Arneborg"


Unser neuer Liegeplatz


Auf dem obigen Bild gerade noch zu erkennen, rechts die "Lappland" und links dahinter die "Carolina", die an unserem Liegeplatz festgemacht hat.

Die "Feed Stavanger" hinter uns


Fest am neuen Liegeplatz


Nun lagen wir hier an der Verladepier für Schrott. Niemand wußte, wann es nun weiterging. Das Wetter war grauselig, immer noch sehr windig und ab und zu regnete es. Ich verbrachte den Nachmittag daher auf meiner Kammer und habe viel gelesen. Gegen 17.45 Uhr ging ich in die Messe zum Abendessen. Spaghetti Bolognese, genau das Richtige. 

17. 45 Uhr.... Abendessen
 

Beim Abendessen sagte mir der "Chief", das es um 19.00 Uhr weitergehen sollte. Daraus wurde allerdings wieder nichts. Gegen 21.30 Uhr mußten wir dann noch einmal in den Tallyraum zur "Facecontroll", bevor es dann um 22.30 Uhr endgültig hieß: Auslaufen Kaliningrad. Wer sich das Video von Kaliningrad anschauen möchte, hier der Link: youtu.be/yFjhS40Ns0A

Auf der nächsten Unterseite geht die Reise weiter.



Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Renate Stoewer( stoewer.weimarhotmail.de ), 09.11.2012 um 15:47 (UTC):
Hallo, ich habe gerade den Reisebericht gelesen - echt super! Die Videos haben wir uns schon vor ein paar Wochen angeschaut und es kommt die Sehnsucht nach Frachtschiffreisen wieder auf ! Alles echt gut gelungen! Liebe Grüße aus Weimar



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