Reisen auf Frachtschiffen und "DDG HANSA" - Bremen
  MS "RIO BRAVO" - Michael Peters 2014
 


                         FRACHTSCHIFFREISEN 

    Mit MS "RIO BRAVO"  von Hamburg nach Cagliari (Sardinien)

                             Ein Reisebericht von Michael Peters

Bei der "RIO BRAVO handelt es sich um ein Schiff der "RIO" Klasse (Reederei Hamburg Süd) . Das Schiff wurde 2009 gebaut. Bei eine Länge von 286,53 m  und einer Breite von 40,12 m erreicht es eine Maximalgeschwindigkeit von 23,3 Knoten und kann 5900 Standardcontainer (TEU) aufnehmen, davon 1365 Kühlcontainer (Reefer).

Die Route des Schiffes:
Hamburg -  Antwerpen - Tilbury - Tanger - Cagliari


Das Schiff legte auf dieser Reise 2410 Seemeilen (4463 km) zurück.

Reise mit MS "Rio Bravo"


Sämtliche Fotos auf dieser Seite und noch viele mehr wird es in Kürze auf meiner thunfisch1967 Google+ Seite in voller Größe zu sehen geben. Hier der Link zu meiner Google+ Seite:

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Donnerstag, den 18.09.2014

Nachdem meine Frau und ich eine „Ehrenrunde“ über die total verstopfte Köhlbrandbrücke gemacht hatten, waren wir um 13.30 Uhr am Hafen Gate. ICH war trotz Navi einmal falsch abgebogen, das brachte mir etwas Schweiß auf die Stirn. Aber ich sollte lt. Reederei erst um 14.00 Uhr an Bord gehen, von daher war noch ausreichend Zeit vorhanden.

Nach Ausfüllen des Passierscheins bei der Security ging es vom Gate mit dem Shuttlebus (übrigens diesmal ein WESENTLICH besserer als bei meiner letzten Reise!) zum Burchardkai. Da lag sie, „meine“ RIO BRAVO, das neue, schöne, rote „Farbkleid“ erst eine Reise alt! Ich hatte sie, als sie in Hamburg im Dock lag (www.hamburg.de/livecam-hafen/)  immer im Internet „unter Kontrolle“, ob sie denn wohl auch pünktlich fertig wird, aber das haben sie bei Blohm und Voss geschafft!

Da ein weiterer Fahrgast als Ziel beim Fahrer die Rio Bravo angab, hoffte ich natürlich auf einen weiteren Passagier, dies erwies sich aber als falsch, es war ein Elektronikspezialist, der unbedingt noch dringend etwas in der Maschine reparieren sollte. Er hoffte, so erzählte er mir, spätestens in Brunsbüttel wieder von Bord gehen zu können.

Als wir am Schiff ankamen, wusste ich, DAS wird nix! Die Gangway war so steil und endlos lang, da hätte ich meinen Koffer niemals hoch bekommen. Die Crew war gerade dabei, etliche Paletten mit Putz- und Reinigungsmaterial an Bord zu hieven, sofort boten „die Jungs“ mir an, meinen Koffer auf die Palette zu legen, damit er mit hochgekrant werden konnte. SUPER! Vielen Dank nochmal, Jungs! Vor mir war der Elektroniker die 59 (!) Stufen der Gangway hoch, als ich oben ankam, hielt mich die Crew zunächst für den Schiffsausrüster und wollten mir einen Besucherausweis verpassen sowie mich im Besucherbuch eintragen. Schnell war geklärt, dass ich der Passagier bin, der ab jetzt mitreisen sollte. Schon war der 3.Offizier da, ca. 24- 26 Jahre alt, etwa 1,70 m groß – und weiblich! Sie schnappte sich meinen wirklich nicht gerade leichten Koffer wie eine übergroße Handtasche und fuhr mit mir im Fahrstuhl auf Deck „F“, um mir meine Kammer zu zeigen. Auf der Kammer zeigt sie mir gleich den Platz und die Handhabe der Rettungsweste. Anschließend ging es kurz auf die Brücke, dort war niemand und sie ist auch verschlossen, aber ausschließlich HIER ist der Sammelpunkt für mich, bei etwaigen Zwischenfällen, wie Feuer oder anderen unangenehmen Sachen…….

Hier geht es an Bord

Wir verabschiedeten uns erst einmal, der Ladebetrieb geht ja weiter und sie musste wieder an Deck. Ich also zurück auf meine Kammer und begann schon mal, meine Sachen auszupacken. Dann begebe ich mich in das Büro des Kapitäns, welches sich im „UPP.DECK“ befindet. Zwischen dem „1.DECK“ (Maschinen-und Maschinenkontrollraum) und „DECK A“, wo sich u.a. mehrere Lagerräume, die Wäscherei und der Trockenraum befinden. Habe mich also „ordnungsgemäß“ beim Kapitän angemeldet und ihm meinen Pass ausgehändigt. Für mehr als eine kurze Begrüßung reicht es im Moment nicht, wie gesagt, der Ladebetrieb ist noch in vollem Gange. Kurz vor dem Abendessen war ich fertig mit meiner Packerei und begab mich zum „DECK B“, wo sich die Offiziersmesse befindet. Die Höflichkeit gebietet es einfach, dass man pünktlich ist, schließlich ist man weder in den Wach- noch den Decksdienst integriert.

MS "Rio Bravo" am Burchardkai in Hamburg

Es gab gebratene Hähnchenbrust mit gebratenen Kartoffeln und „mittelschwer bissfestem Karottengemüse“. Dazu eine Soße, die einem (fast) den Atem nahm, SO SCHARF! Aber – LECKER!!!

Beim Abendessen habe ich den 1.Offizier (Chief Mate) kennengelernt, wir haben uns sehr nett unterhalten und gleich für den nächsten Morgen um 8.00 Uhr zum Frühstück verabredet. Mittlerweile habe ich erfahren, ich bin der einzige Passagier an Bord und auch der einzige Deutsche, na, das wird meinen Englischkenntnissen aber mehr als gut tun!

Es ist jetzt schon 20.50 Uhr, geladen wird immer noch, ich habe schon mit zu Hause telefoniert und meine ersten Aufzeichnungen gemacht. Da ich nicht weiß, wann es jetzt losgehen soll, gehe ich gegen 22.00 Uhr ins Bett.


Freitag, den 19.09.2014


Bin um 04.45 Uhr aufgestanden, geduscht und fertig gemacht zum Frühstück, bis ich merkte, wie spät es ist, als ich meine Uhr anlegen wollte.
Hatte gestern Abend meinen „Alarmwecker“ um 1 Std. und  40 Min. zu früh gestellt, wie das passieren konnte, weiß ich nicht. Das hätte einen Spaß gegeben bei den Jungs, wenn ich schon an der Tür zur Messe gerüttelt hätte, obwohl der Cookie noch nicht mal da ist! Na, ist ja nochmal gut gegangen!
Kurz vor dem Frühstück schleppen sie mit 2 Schleppern die „HOUSTEN EXPRESS“ der Hapag Lloyd Reederei an uns vorbei und parken sie direkt hinter uns ein. Das ist absolute Maßarbeit, da uns gegenüber die „CSCL VENUS“ liegt, viel Platz ist da an beiden Seiten nicht mehr. Alles geht absolut reibungslos über die Bühne, die Leute verstehen ihr Handwerk!

MS "Houston Express" läuft ein



Zum Frühstück gab es 2 Spiegeleier, Corned Beef warm, Brötchen, Aufschnitt, Käse, Marmelade, Obst und – Nutella. Das scheint hier mit zu den „Grundnahrungsmitteln“ zu gehören,  irgendeiner hat das Glas immer „am Wickel“. MEIN Ding ist Nutella absolut nicht, aber den anderen schmeckt das Zeug vorzüglich! Kaffee und Tee sowie zu jeder Mahlzeit ein gekühlter Saft sind selbstverständlich.
So, mein rasender Wecker ist auch geklärt! Beim Frühstück mit dem Chief Mate wollte ich einen Spaß machen und fragte, ob hier an Bord der Strom schneller sei als an Land. „Ja!“ antwortete er wie selbstverständlich. Als ich grinste und er merkte, ich glaube ihm nicht, hat er mir erklärt, der Strom an Land ist mit etwa 50 Hertz versehen, hier an Bord aber mit gut 60 Hertz! Deswegen rennt mein Digitalstromwecker so, deshalb empfiehlt der Chief Mate BATTERIEWECKER!!! Recht hat er! Jetzt ist es 10.45 Uhr, der Wecker zeigt 11.35 Uhr an und ich hatte ihn erst heute Morgen so gegen 6.00 Uhr richtig gestellt. Also den kann ich schon mal locker in den Koffer schmeißen, mal sehen, was er in Cagliari im Hotel dann so anzeigt……

Frühstück... Cornedbeef mit Spiegeleiern


Um 10.00 Uhr zur „Smoke-Time“ habe ich beim Steward Bier und Wasser bestellt, man(n) will ja leben…… 

Das muß unbedingt sein  (Das rechts)





Von ihm hörte ich dann, so gegen 15.00 Uhr soll es losgehen, na, schaun wir mal. Zum Mittagessen gab es eine SUPERLECKERE Blumenkohlsuppe, gebratenen Fisch mit Reis und –na, ich sag mal, verschiedenste Gemüse und obendrüber eine nicht ganz so scharfe Soße wie gestern. Als kleine Aufmerksamkeit für Wolle, den Betreiber und Initiator dieses Forums, habe ich noch schnell ein Foto der „Pake Akia“ gemacht, mit der er gerade eine Reise gemacht hatte. Sie lag uns direkt gegenüber am Kai, hinter der CSCL „Venus“. Abgelegt haben wir dann doch schon um 14.00 Uhr, nun geht es in nach Antwerpen, bei bestem Wetter vorbei an Blankenese, dem Airbus Gelände (wo unser Sohn arbeitet und von seinem Büro immer die tollsten Schiffe vorbeifahren sehen kann). Kurz nach 15.00 Uhr erreichen wir das Schulauer Fährhaus, die bekannte und beliebte Schiffsbegrüßungs-anlage. Das Wetter ist prima und so ist dort natürlich entsprechend viel los. Es wurde gewunken und ich habe selbstverständlich zurückgewunken. Es ist immer ein tolles Gefühl, wenn man hier vorbeifährt.

MS "Page Akia" am Eurogate


Durch die viele „Winkerei“ habe ich fast die „Coffee-Time“ verpasst. Es hat für mich nicht einen Tag während der gesamten Reise gegeben, an dem ich nicht zum Kaffee am Nachmittag Kuchen, Torte oder wenigstens leckere Kekse bereitgestellt bekam. Die Versorgung war absolut super, reichlich und geschmacklich niemals „total daneben“.

MS "Rio Bravo" passiert Blankenese


Das Abendessen wurde „eingeläutet“ mit gebratener Paprikaschote, gefüllt mit scharfem Hack und dazu Reis. Da ich wieder mit dem Chief Mate gegessen habe, hat er mir was Neues gezeigt. Über die Schote goss er sowas ähnliches wie Creme Fraiche, kalt – aber lecker! Eine derartige Variation kannte ich noch gar nicht! Da der Lotse noch an Bord war, trug der Chief Mate Uniform, kurzes, beiges Hemd, dunkle Hose und 3 goldene Streifen. Macht ja richtig was her, der Junge habe ich so gedacht. Auch der Kapitän kam zum Essen, allerdings nicht in Uniform. Er war mit mir in Hamburg an Bord gegangen und wird die RB in Antwerpen übernehmen, der „alte“ Kapitän wird dort von Bord gehen und seinen Urlaub antreten. Der „neue“ Kapitän ist aus Bulgarien und sehr nett und ausgesprochen höflich. Ausnahmslos nett sind aber alle Crewmitglieder, die ich bis jetzt kennengelernt habe.


Samstag, den 20.09.2014 (Auf See):


Heute Morgen gibt es Tartar zum Frühstück, so richtig mit allem Drum und Dran. Gehackte Zwiebel, Eigelb, Kapern, Sardellenfiletstreifen und Knoblauch. Absolut LECKER!!! Selbstverständlich wieder Brötchen, Schwarzbrot und Kaffee bis zum Abwinken. Außerdem steht zu allen Mahlzeiten immer gekühlter Fruchtsaft (Ananas, Grapefruit, Orange, Apfel, Kirsche oder Tomatensaft) auf dem Tisch. Die Getränke sind alle aus Dubai, dort sei der Fruchtsaft billiger und –das kann ich bestätigen- wesentlich geschmackvoller! Auch das Wasser in meiner Kammer kommt aus den VAE (Vereinigte Arabische Emirate).
Das Wetter ist im Moment noch eher durchwachsen, neblig ist es seit mindestens 4 Uhr heute Morgen, denn da war ich kurz wach und habe aus dem Fenster gesehen. Ich habe meine Kammer ja auf dem „F“-Deck, genau in der Mitte und direkt unter der Brücke. Auf der gesamten Reise war mir der Blick nach vorne raus NIE durch Container verstellt, hatte also immer „FREIE SICHT NACH VORN“! Die Sicht ist nicht besonders gut, wird aber von Stunde zu Stunde besser, viel erkennen kann man draußen nicht, so richtig weiß ich gar nicht, wo wir wohl gerade sind. Als der Steward sich nach dem Frühstück um meine Kammer  kümmert, gibt er mir den Tipp, ordentlich Fotos zu machen, denn wir werden bald den Lotsen für die Fahrt auf der Schelde nach Antwerpen aufnehmen. Diese Revierfahrt dauert meist gut 6 Stunden, sagt er und schlägt mir einen Besuch auf der Brücke vor. Genau DAS werde ich machen! Der Fahrstuhl geht nur bis zum „F“-Deck, die Brücke ist ausschließlich über die Treppe (innen und außen) erreichbar.  Von meiner Kammer nur ein paar Schritte, dann bin ich da. Und- wer hatte Dienst auf der Brücke? 3.Mate, die mich schon an der Gangway „aufgegriffen“ hatte. Ich hatte sie die ganze Zeit nicht mehr gesehen, weder beim Essen noch sonst wo. Ganz allein war sie auf der Brücke, der Autopilot steuerte zwar die RB, aber Radarüberwachung, Funkverkehr und Karteneinträge über Streckenverlauf usw. muss sie erledigen.  Das bleibt meist den unteren Rängen vorbehalten, meinte sie. Aber hier ist die Welt noch i.O., hier gibt es KEIN Gemecker über irgendwelche erteilte Aufgaben, hier werden sie ausgeführt! Oh schöne heile Welt!!! Führt UM HIMMELS WILLEN niemals TEAMARBEIT ein!!!

Michael Peters auf der Brücke


Auch der bulgarische Kapitän hält sehr viel von den beiden Mädels, er meinte zu mir, sie hätten einfach mehr „Biss“ um etwas zu lernen. Will ich gerne glauben, beide, der/die 2.Mate und 3.Mate machen auf mich einen sehr kompetenten Eindruck. Arbeiten allerdings für’n Appel und ‘n Ei, wie man so schön sagt. Meist bleiben sie 2 Reisen an Bord, das sind etwa 5 – 6 Monate.
Über das viele Erzählen mit der 3.Mate habe ich komplett die Kaffeepause um 10 Uhr vergessen, zum Mittagessen möchte ich aber unbedingt wieder pünktlich sein. Es gibt eine SUPERLECKERE Hühnersuppe, dann Pizza Calzone mit Pommes. Die Zusammenstellung ist manchmal etwas gewöhnungsbedürftig –aber NIEMALS schlecht! Also Suppen kann der Cookie kochen wie kein Zweiter, die sind immer ALLE durchgehend SUPERLECKER!!!
Nach dem Essen gleich wieder hoch auf die Brücke, die Aussicht ist einfach toll hier! So langsam füllt es sich hier, beide Kapitäne sind hier, der „alte“ Kapitän macht seine letzten Stunden, der „neue“ sieht sich die ganze Sache an. Er ist zum 1.Mal auf der RB, vorher ist er über 4 Jahre auf der Rio MADEIRA gefahren. Ein Schiff der gleichen Klasse, aber trotzdem sind sie alle verschieden. „Wie die Frauen!“ erklärt mir Kapitän Veselinov lachend.

Der Lotse kommt an Bord


Der Lotse ist nun an Bord, wurde auf der Brücke von beiden Kapitänen begrüßt und dann wurde es ernst.
„Zero, nine, zero“ in lautem, deutlichen Ton und der Rudergänger muss ALLES wiederholen und ansagen, wenn der Kurs anliegt. Darauf folgt ein kurzes „Thank you!“ vom Lotsen und ansonsten herrscht hier absolute Ruhe. Vielleicht mal ab und an ein kurzes Gespräch zwischen den Kapitänen und dem Lotsen, aber sonst ist hier RUHE! SUPER! Es wird immer wärmer, mittlerweile ist es so warm, dass der Lotse die beiden Schotten zur Nock öffnen lässt. Er “ölt“ ganz schön! „Too much Coffee!“ sagt er zu mir und wischt sich den Schweiß von der Stirn und telefoniert permanent mit dem Handy. DER kann wohl alles, telefonieren, Schiff manövrieren, Kaffee trinken –ein MULTITALENT!
„Junge, wenn Du wüsstest!“ dachte ich mir, während mir der Schweiß die Beine runterlief. Mann oh Mann! Und Sardinien ist noch weit!
So gegen 15.00 – 15.30 Uhr war Lotsenwechsel. Der neue Lotse war ein sehr ruhiger, ausgeglichener Mann, er ist an Bord geblieben, bis wir im Hafen festgemacht haben. Die Revierfahrt auf der Schelde war wirklich klasse, da hat der Steward nicht untertrieben. Die gesamte Zeit verbrachte ich auf der Brücke, ich wollte mich absolut still verhalten aber wurde doch immer in die (wenigen) Gespräche des Lotsen und der Kapitäne mit eingebunden.

Auf der Schelde nach Antwerpen


Zeig mir einer DAS auf einem Musikdampfer(Kreuzfahrtschiff)!
Zum Abendessen gab es sowas ähnliches wie Gyros, aber mit ganz dünnen Bandnudeln, über die Zusammenstellung habe ich mich schon geäußert……  Alles aber sehr geschmackvoll!!! Dazu leckeren Salat, Apfelsaft und –TEE!

Hafen Antwerpen


Da ich zu „Wohnmobilzeiten“ schon ein paar Mal mit meiner Frau in Antwerpen war, habe ich mir für den morgigen Tag nichts vorgenommen, eine Stadtbesichtigung lasse ich aus, wie gesagt, ich war hier schon ein paar mal. Werde den morgigen Tag zum genauen Studieren des Schiffes nutzen, es ist ja ein doch sehr großes Schiff, da weiß man besser immer, wo alles genau ist.

Sonntag, den 21.09.2014

Antwerpen... ALLE ACHTUNG! Sie haben fast die gesamte Rio Bravo leergemacht und hauen rein wie die Verrückten. Der Brückenkran vor meinem Fenster wird von 5 (!) Carrieren gleichzeitig mit Kisten befeuert, der Einfachheit halber hat er 2 Ladegeschirre dran, so dass er 2 große Container gleichzeitig laden kann. Wenn man bedenkt, EINER kann bis zu 40 Tonnen wiegen, hängen da mal ganz locker 80 (!!!) Tonnen am Haken. DAS ist schon was! Auf den Brückenkränen sitzen hier nur solche Spezis, der 2.Brückenkran hat eben eine Decksluke (auch immerhin 35 Tonnen!) vom Pier angedockt, hochgezogen rüber aufs Schiff befördert und abgesetzt, PASST! RUCK ZUCK, ohne langes Gefummel geht das hier.

Liegeplatz in Antwerpen


Zum Frühstück gab es Pfannkuchen, dünn wie Palatschinken, aber sehr lecker, dazu konnte man sich Marmelade, Zucker, natürlich NUTELLA oder sonst was nehmen. Der Chief Mate isst sowas mit Philadelphia, na ja……..  Danach noch ‘n Brötchen und eine Scheibe Schwarzbrot mit Schinken und – Kaffee bis zum Abwinken.
Mittags gab es Steak, Mais, gebackenen Kartoffel mit ??, es sah so ähnlich aus wie Creme Freche, weiß aber nicht, ob es das Zeug war….. Eis zum Dessert am Sonntag ist Pflicht, DAS lässt sich so ziemlich keiner entgehen, Schoko, Vanille, mit Sahne oder  ohne, ganz wie man(n) wollte. Der Kapitän war da, der Chief Mate kam später mit dem Chief Engineer , er hat mir schon eine Führung in der Maschine angeboten, da werde ich mit Sicherheit drauf zurückkommen, DAS interessiert mich wahnsinnig.
Er ist auch aus Bulgarien und kommt sogar aus dem gleichen Ort (Varna) wie der Kapitän, sieht aber eher aus wie ein Italiener. Kaffee pause habe ich heute sausen lassen, habe mir meinen Stuhl gereinigt (ja ja, das Schweröl!) und mich in die Sonne gehauen und gelesen. Kurz vor dem Abendessen kam die „CAP HARRISON“ vorbei, ein Schiff, das unter Carter für die Hamburg Süd Reederei fährt und auch die Farben trägt. Auch dieses Schiff sollten wir im Mittelmeer wiedertreffen.
Abendessen war i.O., nix großartiges, aber heute Mittag gab es ja auch Steak, da reicht abends mal Brot. Nach dem Essen habe ich noch lange mit dem Chief Mate gesessen und erzählt. Mein Englisch wird so langsam immer besser – glaube ich……
Abgelegt haben wir dann um 21.45 Uhr in Antwerpen, da ich die Revierfahrt hier schon bei der Anreise miterlebt habe, haute ich mich in die Falle.

Montag, den 22.09.2014

Um 03.00 Uhr heute Nacht haben sie die Uhren umgestellt, angekündigt wird sowas immer schon vorher, z.B. im Fahrstuhl oder auf dem Info-Brett in der Messe, gesteuert wird die Sache dann nachts von der Brücke. Dort hängt die „Zentraluhr“, mit der man die anderen dann entsprechend stellen kann. So wird halt nix vergessen!

Frühstück... Spiegeleier mit Speck


Zum Frühstück gab es 2 Spiegeleier (auf Wunsch mehr oder Rührei, alles nach Wahl!) mit Schinken, Brötchen, sehr leckere Aprikosenmarmelade (wird mein Favorit werden!), dazu Kaffee oder Tee, wie man will. Dann bin ich hoch auf die Brücke, dort waren der Kapitän, der Chief Mate und ein Rudergänger, die aber bald verschwanden, dafür kam Alex! Er ist der neue 3.Offizier und hat erstmal mit dem Kapitän gesprochen, der aber auch bald verschwand. Alex kam zu mir und stellte sich vor, ein SEHR netter junger Mann von  24 Jahren, mit ausgesucht guten Manieren. Er kommt aus Cardiff in Wales und spricht ein SUPER ENGLISCH, logisch, oder? Wir haben uns von Anfang an gut verstanden und uns unterhalten, dass wir fast das Mittagessen verpasst hätten! Nautisch gab es nicht viel zu tun, wir liegen auf Reede, genau wie mittlerweile 5 andere Schiffe auch, geplant ist, dass um 18.00 Uhr – wenn der Lotse da ist- die Reise die Themse hochgeht. Leider sind wir nun mal in der FRACHTSCHIFFFAHRT, da kann sich alles ändern, hinziehen oder sonst wie verändern.

Mittagessen in der Offiziersmesse


Nach dem Mittagessen (Kartoffelpüree mit frischem Spinat und 2 Medaillons) habe ich mich in die Sonne gehauen, London zu besichtigen wäre mir zwar lieber gewesen, aber Alex hatte mir erzählt, wenn wir nach Tilbury fahren geht es noch, aber sollten wir Gateway anlaufen, ist das absolut doof. Da gibt’s nicht mal einen Supermarkt! Beim Abendessen hat mir der Kapitän erzählt, das um 02.00 Uhr in der Nacht der Lotse an Bord kommen soll und dann geht es nach Tilbury. Er wird mir über den Schiffsagenten eine Transportmöglichkeit besorgen, damit ich mal an Land kann. So gegen 09.00 Uhr soll es losgehen, wenn es alles wie geplant läuft.

Kurs Tilbury


Dienstag, den 23.09.2014

Um 06.00 Uhr (Ortszeit!) aufgestanden und schon fix und fertig gemacht für die Stadt zum Frühstück runtergefahren. Der Chief sagte mir, so wie der Agent auftaucht, würden sie sich bei mir melden. Na, denn mal nix wie hoch und auf das Telefon aufgepasst. Um 09.30 Uhr klopft es an der Tür, ein Crewmitglied im roten, obligatorischen „Strampelanzug“ von Hamburg Süd holt mich ab, der Agent ist da! Also runter ins Master Office und da steht er, kaum Haare, die aber sehr kunstvoll in Szene gesetzt, der Chief Mate amüsiert sich vortrefflich über die Haarpracht des Schiffsagenten, hat sich aber soweit im Griff, dass DER nix mitbekommt. Abends haben wir uns nochmals den Haaren „angenommen“ und uns halb totgelacht. Der Schiffsagent spricht nur sehr leise, als dürfe keiner hören, was er für wichtige Sachen zu verkünden habe. So ein wenig erinnert er mich an den Butler von "Miss Sofie" aus "Dinner for one" . Nachdem ich meinen Pass erhalten habe, geht es los. Erstmal „59 Steps to Hell", d.h. die Gangway RUNTER, aber HOCH muss man(n) dann ja auch irgendwann wieder! Unten schnappen wir uns den nächsten Shuttlebus, der schon gut voll ist mit Jungs von der Pier, mit der Karre (Ford Transit) scheinen sie auch noch ganz andere Sachen zu transportieren, ganz schön runtergekommen, das gute Stück……   Ist ein ziemlich langer Weg zum Gate, dort muss ich mich bei der Security melden, damit sie mich –nach Passkontrolle- später hier wieder reinlassen. Der Schiffsagent hat seine Auto mitten auf dem Parkplatz abgestellt, rundrum ist alles frei. Die fahren nicht nur auf der falschen Seite hier, die parken auch alle merkwürdig! Na jedenfalls nimmt er mich mit nach Tilbury, eine bestimmt ca. 25 – 30 Minuten dauernde Fahrt, und besonders langsam fährt er auch nicht. Er spricht die ganze Zeit sehr leise und kaum verständlich, bei dem Spektakel in der Karre. Er würde mich gern bei „Tilbury Station“ rauslassen, erzählt er mir. Ich denke noch, Oh Mann, was für ‘ne Revolvergegend! Dann steckt er mir seine Visitenkarte mit den Worten „Any Problems, call me!“ zu und weg ist er.

Liegeplatz in Tilbury


Liegeplatz in Tilbury


Der „Aufsicht führende Beamte“  von Tilbury-Station (Bahnhof) erklärt mir wirklich sehr nett, „No Pounds, No Train!“ DAS ist doch mal ‘ne Aussage, mit der man(n) was anfangen kann…….   Er schlägt mir vor, im „Post Office“ Geld zu tauschen, auf keinen Fall bei den Taxikutschern. Ich werde mich dran halten. Nicht weit von hier ist die „Tilbury Taxi“ Zentrale, dort wollte ich mir ein Taxi schnappen, aber sooo geht das hier schon mal gar nicht! Das muss man gesehen haben! Die Taxis stehen in einem Torbogen, der zu einem Innenhof führt, wo noch mehr  Taxis warten. Einfach einsteigen geht nicht, man muss sich im „Office“ melden. Eine total vergammelte Holztür gibt nach einem kräftigen Ruck den Blick aufs Wesentliche frei, ein „Warteraum“, der außer einer Plastikbank nix zu bieten hat.
Keine Bilder, keine Farbe, der nackte Beton als Fußboden und 2 Fenster, hinter denen 1 Mann und 1 Frau sitzen. Beide schwer beschäftigt, aber der Mann hat sich dann meiner angenommen. Die Frau hat scheinbar ihr Herz an das Funkgerät verloren, sie plärrt ununterbrochen ins Mikrophon, egal ob einer antwortet oder nicht. Das nenn‘ ich Härte! Mit wem sie immer gefunkt hat, weiß der Geier, die ganzen Taxischüsseln standen ja im Torbogen bzw. im Innenhof. Der Mann hat mir dann das erste Taxi zugeteilt, hätte ich zwar auch genommen, aber hier wird „zugeteilt!“ Einer dieser Hechte hat mich dann zum Post Office am Civic Square gefahren. „6 Pounds or 8 Euros, Sir“, da ich nur Euros hatte also 8 Euro. Ein strammer Preis für eine nicht gerade lange Strecke, aber hier muss wohl jeder sehen, wo er bleibt……

Landgang in Tilbury



Das „Post Office“ muss man sich wie den Kiosk von Atze Schröder vorstellen, nur sitzt da, wo bei Atze dieser Vorhang ist, einer hinter Gittern und wechselt die Kohle. Im Kiosk geht man zunächst zu „Atze“, der fragt, wieviel man tauschen will. Dann geht er zum Gittermann und kommt mit sowas ähnlichem wie einem Kassenbon wieder. Darauf steht der derzeitige Wechselkurs, wenn man sein „O.K.“ gibt, geht die Sache über die Bühne  –oder eben nicht. Mehr als starke Bedenken hatte ich bei dem, was die beiden da wohl für einen Wechselkurs für angemessen halten. Aber- Asche auf mein Haupt! Hinterher habe ich im Internet gesehen, es war absolut in Ordnung! 39 Pounds und etwas Hartgeld für 50 Euro.  Wie gesagt: OHNE Beschiss! „Atze“ hatte gemerkt, dass ich wohl nicht gebürtig aus Tilbury bin und fragte, woher ich sei. „Hamburg“ sage ich. DAS Zauberwort, er war schon mal in HH und dann zählte er auf, wo er überall war: Reeperbahn,  Miniaturwunderland und Fishmarket! Scheinbar hat er in HH ganz schön hingelangt, er sagt immer wieder “a very nice Party!“ Meinen ersten Freund in Tilbury habe ich also schon gefunden……  Dann fragt er mich, was ich vorhabe und wo ich hinwill. Nach „GRAYS“ solle ich mit dem Bus fahren, die Haltestelle sei direkt vor der Tür. Während ich noch den Fahrplan studiere, kommt mein 2. Neuer Freund aus Tilbury. Solch einen verrückten Kerl habe ich schon ewig nicht mehr kennengelernt. Ich bin ganz allein im Bus (ca. 25 – 30 Jahre alter Doppeldecker) und habe daher die ungeteilte Aufmerksamkeit des Fahrers. Er schlägt vor, ich solle eine Hin- und Rückfahrkarte kaufen, falls ich wieder nach Hause will……. meinte er und lacht sich halb schlapp, hat ungefähr mein Alter und ist anscheinend völlig neben der Spur! Radio hat er an und singt lauthals mit bei einem Rock’n’Roll Titel, der zwar SUPER ist, ich habe ihn aber noch nie gehört. Dazu bringt er seinen uralten Klapperbus zum Schaukeln, das ich fast die Farbe verliere. Gott sei Dank steigt an der 3.Haltestelle eine alte Oma ein. „Sorry, finish with Musik!“ sagt er etwas traurig. Dann gibt er mir noch einen guten Tipp: Ich soll mich am Busbahnhof vor dem „Morrison“-Supermarkt vor dem Supervisor der Busgesellschaft in Acht nehmen. „It’s a Gay!“  Als er merkt, dass ich ihm wohl nicht so richtig glaube, sagt er nur: Shure! It’s my Brother! But he like Fresh Boys!” und lacht sich kaput dabei….. Irgendwann bin ich dann endlich in GRAYS Town Centre. Ich verabschiede mich von ihm und wünsche ihm alles Gute. Als er dann an mir vorbeifährt, hupt er und hält den Daumen hoch. Ich auch! WAS FÜR EIN VERRÜCKTER KERL!
Die Gegend hier ist eher trostlos. Häuser grau, kleine Läden in normalen Familien Häusern und alles ziemlich runtergekommen. Werde mir erstmal das „Morrison“ antun, ein großes Kaufhaus, aber was Tolles ist es auch nicht gerade. Nachdem ich diesen Klotz umrundet habe, komme ich in die Fußgängerzone. Hier gibt es ein Café, wo man draußen sitzen kann. Es ist aber NICHT vergleichbar mit den Cafés, die wir so kennen! Aber- es gibt Kaffee und Wasser und zufrieden lassen sie einen auch. Es wird immer wärmer und ich habe auch so langsam genug von GRAYS und will zurück zur Tilbury-Station und dann mit dem Taxi zum Hafen Gate.

Landgang in Tilbury



Jetzt kommt das Tollste!
Während ich am Busbahnhof vom „Morrison“ auf meine Linie 66 warte, fährt mein Freund der Busfahrer vorbei –und erkennt mich! Er hupt wie verrückt, reißt das Fenster auf und schreit raus: „I love Borussia Dortmund!“ Ich hebe den Daumen hoch und er klatscht vor Freude in die Hände. Zu diesem Zeitpunkt ist sein Bus aber NICHT leer, ich glaube, dem ist alles VÖLLIG egal.  Dann zeigt er den Mittelfinger zum Supervisor, der auf der andern Straßenseite einer alten Dame hilft. Die Leute, die mit mir zusammen auf die Linie 66 warten, haben das ganze Theater natürlich mitbekommen. „The Busdriver is my Friend!“ sage ich aus lauter Verzweiflung zu den anderen. „Congratulations!“ sagt eine nicht mehr so ganz junge Dame zu mir und schüttelt nur den Kopf. Bin dann mit der Linie 66 (und einem normalen Busfahrer) bis Tilbury-Station zurückgefahren und mir dann ein Taxi zum Gate genommen. 22 Pounds! Mit dem Shuttlebus nach der Passkontrolle zur Rio Bravo zurück und „59 Steps to Heaven“ hoch. Sehr gut zu Abend gegessen (Lamm-scharf, Bratkartoffeln und Salat). Um 20.30 Uhr haben wir abgelegt, kurz danach habe ich mich hingehauen.
Was für ein verrückter Tag!

Mittwoch, den 24.10.2014

Heute ist das Wetter eher durchwachsen, gestern noch schwülwarm in Tilbury, nun ein wenig Nieselregen und diesig ist es auch. Der Wind ist auch nicht schlecht. Zum Frühstück gab es Leberkäse mit Ei, und natürlich was sonst auch immer da ist, Brötchen, Brot, Marmelade, Wurst, Käse – und Nutella. Kaffee gibt es so wie so immer bis zum Abwinken.

Kurs Tanger (Marokko)


Auf dem Achterdeck hat sich bei einem oben offenen Container die Plane gelöst. Nun hat der Wind endlich was, an dem zerren kann! Ich war den gesamten Vormittag bei Alex auf der Brücke bei mittlerweile SUPERWETTER, aber es ist sehr windig. Als Mittagessen gab es sehr saftige Geflügelbrust und Lauchgemüse – natürlich scharf in heller Soße. Bis zum Kaffee habe ich ausgespannt, schließlich ist ja URLAUB! Mit dem Chief Mate den ganzen Nachmittag auf der Brücke verbracht und wir haben uns über „Gott und die Welt“ unterhalten. ALLES auf Englisch! Während des Abendessens hat mich der Kapitän in die Offiziersbar für 19.30 Uhr eingeladen. Das ist wohl so was wie der „Ritterschlag“ für Passagiere, JEDEN holen sie sich hier nicht in ihre „heiligen Hallen“…… Darauf bilde ich mir echt was ein!!!

Kurs Tanger (Marokko)


Es war ein SUPER Abend, lustig, informativ und SEHR kurzweilig mit Jacek Danilowitsch, das ist hier an Bord die Bezeichnung für ein  1 Liter Fläschchen JACK DANIELS! Da dann noch 2 Bier draufge-gossen und ich habe geschlafen wie ein Stein. Es waren ALLE da, zwar immer in Etappen, denn es muss ja immer jemand auf der Brücke und im Maschinenraum sein, aber vorbei geschaut haben sie alle kurz mal. Der Chief Mate trug ein T-Shirt, grün, mit amerikanischer Flagge und dem „Dienstgrad“ Lt. DAN. Ich habe überlegt, was sagt dir der Name bloß??? Ich MUSSTE ihn fragen, er hat mich ein wenig raten lassen, bis ich endlich auf „Forrest Gump“ kam! GENAU! DAS War es! Es gibt nur in Hongkong einen „Forrest Gump“-Laden, in dem wirklich ALLES kaufen kann, was mit dem Film auch nur im Entferntesten in Verbindung bringen lässt. BILLIG war es auf KEINEN Fall, der Stolz seines Trägers verriet dies, meinte der Kapitän lachend.  
Nach gut 3 Stunden war die „Sause“ vorbei, um 22.45 Uhr ging es in die Kiste. Verteilt auf gut 10 Mann (obwohl, nicht alle habe JD getrunken!) ist der Teil, den man davon abbekommen hat, nicht sooo viel, dass einem die Beine einknicken, aber der Abend war einsame Spitze!

Donnerstag, den 25.09.2014

Bis 06.00 Uhr geschlafen, geduscht und anschließend frühstücken gegangen. Ich bin der Meinung, so gegen 08.45 Uhr habe ich bei mir aus dem Fenster die ersten Delphine gesehen, habe versucht, es festzuhalten, ob mir DAS gelungen ist? Das Wetter ist BOMBASTISCH, Sonne, stahlblauer Himmel, Wind und eigentlich ruhige See, also KEINE Wellen, und das, obwohl wir in der Biscaya sind! Allerdings lässt die Dünung die Rio Bravo ganz schön hin und her rollen.

Blick in die elektronische Seekarte


Was ich gesehen habe, STIMMT! Auch der Kapitän und der Chief Engineer haben sie gesehen, morgens, als sie zum Sport am Bug waren. Dort haben 10 – 12 Delphine ihre „Show“ abgezogen. Nach dem Mittagessen auf die Brücke und bis kurz vor dem Abendessen die Zeit mit der 2. und ab 16.00 Uhr dem Chief erzählt. Die 2. ist verheiratet und hat eine 7jährige Tochter, die bei der Oma aufwächst. Ihr Mann ist Elektriker „offshore“, ich weiß nicht so genau, man versteht sie sehr schlecht, aber ich glaube, er arbeitet auf einer Bohrinsel. Sie wollen dem Staat nicht auf der Tasche liegen, besser bezahlte Arbeit gibt es in Polen nicht, also – was bleibt? Da sich ihre Mutter um die Tochter kümmert, ist sie mit „im Plan“, was wohl so viel bedeuten soll, wir unterstützen sie alle mit Geld. Nicht so leicht, das Leben in Polen, aber sie gehen arbeiten.
Beim Abendessen (Kohlrouladen, Kartoffeln, Salat) für morgen früh zur Maschinenraumbesichtigung angemeldet. Ab 08.30 Uhr holt mich der Chief Engineer ab, vorher wollen sie noch den Motor waschen, damit alles schön sauber ist, wenn ich zur Inspektion komme, sagt der Chief und lacht sich schlapp. Ein fauler, aber SAUGEILER TAG (vom Wetter her) ist vorbei!

Freitag, den 26.09.2014

Um 06.00 Uhr aufgestanden und geduscht, damit bloß alles klappt und ich fertig bin, wenn die Besichtigung steigt. Die Nacht war absolut ruhig, selbst der Kapitän und der Steward haben schon gesagt, wieviel Glück ich mit dem Wetter hätte. „Biscaya always rolling!“ meinte der Stew zu mir. Der Kapitän meinte, ich solle immer an Bord bleiben, dann kämen sie scheinbar nie mehr in schlechtes Wetter. DAS würde ich schon wollen, aber ……….

Im Maschinenkontrollraum


Jetzt ist es 07.00 Uhr (Ortszeit) –also 08.00 Uhr bei uns zu Haus- und es ist noch absolut stockdunkel, nur die Sterne leuchten. Solange die Sonne nicht in Aktion tritt, ist es Zappen duster. Irre! Nach dem Frühstück begann meine Besichtigungstour durch den Maschinenraum, heiß, laut, riesengroß und riesenhoch, aber ALLES blitzesauber. So manche Kfz-Werkstatt würde da nur staunen! Ganz oben, in ca. 6 – 7 Meter Höhe sitzt ein Crew-Mitglied auf einem der Motoren und reinigt irgendwelche Leitungen. Der Chief Engineer führte mich rum und als der Mann auf dem Motor sah, dass ich Fotos machte, lachte er freundlich und winkte uns zu. Mir wäre nach allem Möglichen zu Mute gewesen, aber nicht den Besuchern des Maschinenraums zu zuwinken. Diese Kerle haut wirklich nix um, bei dieser Bullenhitze hier unten! Der Chief meinte nur, wer nicht freundlich ist, muss auf der (Antriebs-) Welle reiten. Die zeigte er mir dann, was für ein RIESENDING! Vollmaterial und absolut ausgewuchtet. Davor sitzt das Schwungrad mit einem Riesendurchmesser. Ein Mordsspektakel herrscht hier, die Ohrenstöpsel sind unbedingt von Nöten, ich hatte „zur Probe“ mal kurz eins rausgenommen, aber SOFORT wieder reingesteckt. Was für ein Krach!!! Bis an die allerletzte, hinterste Wand des Schiffes ist der Chief mit mir gekrabbelt und hat mir alles ganz genau erklärt. ABSOLUT interessant und aufregend die ganze Geschichte.  Der Maschinenüberwachungsraum ist prima runtergekühlt durch die Klimaanlage, hier lässt es sich der Chief gut gehen. Öffnet man die Tür zum Maschinenraum, glaubt man, dass einem die Luft wegbleibt!

Michael Peters vor der Hauptmaschine


Danach - alles zusammen hat knapp 3 Stunden gedauert – musste ich erstmal für gut 30 Minuten an Deck, frische Luft schnappen.  Wie halten die Jungs DAS bloß aus??? Richtig „witzig“ wird es erst, wenn wir in den Suez einfahren, ab da herrschen hier bis zu 60 Grad! erzählte mir der Chief.

Blick in die Offiziersmesse


Nach dem Mittagessen (Fischfilet, Erbsen , Pommes) war für 15.30 Uhr eine Rettungsübung angesetzt. Bis ca. 15.00 Uhr war ich auf der Brücke, dann bin ich auf die Bude und habe mich so langsam startklar gemacht. Rettungsweste angelegt, Helm richtig eingestellt und aufgesetzt und gewartet, bis der Stew mich nach dem Alarmsignal holt. So hatte es mir die 2. auf  der Brücke gesagt. Da habe ich mich natürlich dran gehalten, zumal SIE die Übung durchgeführt hat. Nach dem Durchzählen und Namen aufrufen ging es hoch zum Lifeboat. Gott sei Dank musste ich da nicht mit rein, weiß aber nicht, wie DAS im Ernstfall gehen soll, mein Knie hat diesen großen Schritt (etwa über 3 Treppenstufen) gar nicht hinbekommen……. Na, daran wollen wir mal besser NICHT dran denken. Nach dem Abendessen noch ein wenig in der Sonne gelegen, dann war Feierabend.

Samstag, den 27.09.2014

Heute gab’s zum Frühstück Tartar, wie schon letzten Samstag, das ABSOLUTE Lieblingsfrühstück des Kapitäns. Danach dann auf die Brücke zu Alex – und ENDLICH gute Musik! So gegen 10.00 Uhr bin ich runter, meine Bude aufräumen und so ein wenig die Klamotten sortieren. Zum Mittag gab es Cheeseburger mit Pommes, nicht so unbedingt DER Reißer, aber hier auf alle Fälle als bei Mäckes!
Wir müssen schon am Cap San Vincente vorbei sein, es ist jetzt 13.30 Uhr Ortszeit. Dann auf die Brücke, nur zum Kaffee runter, dann wieder hoch zu „Lt. Dan“. Nachmittags so gegen 16.00 Uhr haben wir 28°C!!! Um 17.00 Uhr habe ich die Brücke verlassen, es geht schon in die Straße von Gibraltar, in der der Tanger Med Port direkt liegt.

Die Kombüse der "Rio Bravo"


Nach dem Abendessen (Gebratenes Lamm, gebackenen Kartoffeln und gemischtes Gemüse) habe ich mich dann bei 25°C in die Sonne gehauen. Dort habe ich es bis 19.30 Uhr ausgehalten, geht die Sonne weg, wird es schlagartig dunkel.  Der Abend draußen war einfach nur SPITZE! Irgendwann heute Nacht so gegen 03.00 Uhr sollen wir in Tanger ankommen, ablegen ist für abends um 21.00 Uhr geplant.
Gott sei Dank ist übrigens der für heute  „angedrohte“ Karaoke-Abend ausgefallen, dafür gibt es ein Barbecue, wenn wir am Montag auf See sind.

Sonnenuntergang auf dem Atlantik


Sonntag, den 28.09.2014

T A N G E R!
Um 06.00 Uhr war ich wach, da hatten wir noch nicht angelegt. 1 Stunde später, als ich aufstand, lag die Rio Bravo schon am Pier und die Containerbrücken brachten sich in Position. Mittlerweile kenn ich die verschiedenen Pieptöne alle und kann sie sofort zuordnen. Die Lascher arbeiten hier mit „kleinem Werkzeug“ die kloppen die Laschstangen für die Container mit ‘nem Mordsmottek los. In Tilbury wurde sie wohl gut festgemacht…… Jetzt geht es zum Frühstück, für mich gab es Rührei, da ich nicht so der Crepe-Freund bin. Egal, hier geht alles nach Wunsch! 5 Stück davon hat der Chief  mal locker weggehauen, mit Kirschmarmelade, Nutella (was sonst?) und  Philadelphia. Der Kapitän hatte sich schick gemacht, weißes Hemd, die 4 goldenen Streifen und Stern, der macht schon was her, da gibt es nix!

Liegeplatz in Tanger



Die Hafeneinfahrt ist hier wirklich ein Witz, die ist so klein, da wäre so mancher Segelkapitän überfordert. Der Chief meinte, man bekommt sogar 400 Meter lange Containerschiffe hier rein, 2 Schlepper würden da reichen, wenn sie genug „Dampf“ machen. Wir hatten einen Schlepper.
Ich habe teures Lehrgeld bezahlt: Da ich auf KEINEN der wirklich gut gemeinten Ratschläge gehört hatte, habe ich mein Handy angeschmissen und bin richtig „abgezockt“ worden. DAS war mir eine Lehre! Trotzdem habe ich natürlich zu Hause angerufen, meine Frau hatte ja schon eine ganze Zeit nix mehr von mir gehört, DAS musste sein!

Die Hafeneinfahrt in Tanger


Nach dem Mittagessen (Steak, Salat und gebackene Kartoffeln) habe ich mich schön in die Sonne gehauen, meine Frau  erzählte mir was von 15°C zu Hause, hier sind 28°C!!!

Liegeplatz in Tanger


Der Chief Engineer kam raus weil 2 Crewmitglieder solch einen Spektakel veranstaltet haben. Der weibliche Deckskadett und ein weiteres Crewmitglied haben den 1. der 2 Schornsteine bearbeitet und den Ruß dort oben abgekloppt. In der Bullenhitze!!! Der Chief meinte nur, wenn sie (die Deckskadettin) Oma ist, wird sie es vergessen haben und hat sich köstlich über seinen eigenen Witz amüsiert. Dabei hat er dann noch ein Foto von den 2 armen Teufeln gemacht. Beide haben gelacht und ihm zugewunken!

Die Lukendeckel werden abgenommen


Der Port von Tanger liegt genau in der Straße von Gibraltar, d.h., ich habe ein richtig tolles Bild hier beim Sonnenbaden! Es ziehen die dicksten Pötte vorbei, da das Wetter nicht diesig ist, kann man sie sehr gut auf See erkennen. Dann denkt man sich auch: Mein Gott, diese Millionen von Kisten, das ist doch alles nicht mehr normal! Was ist da bloß alles drin, wer kauft das alles – und wofür??? Ist schon irre, die Erfindung des Containers.

Blick in die Kammer von Michael


Bis zum Kaffee habe ich in der prallen Sonne gesessen, muss aufpassen, dass es keinen Sonnenbrand gibt! Nach Kaffee und Kuchen geduscht und abgespannt bis zum Abendessen. Mittlerweile haben sie die Rio Bravo schon recht gut vollgepackt, ich denke mal, bis zum Auslaufen so gegen 21.00 Uhr ist das Ding randvoll.
Nach dem Telefonieren mit zu Hause werde ich langsam auf die Brücke begeben, das Auslaufen möchte ich diesmal miterleben. Fotos vom Sonnenuntergang mussten noch sein, aber Alex, den ich traf, berichtete mir, die Auslaufzeit ist um mindestens 2 Stunden verschoben. Die Trucks, die hier die Kräne „beliefern“ sind einfach zu langsam. „Thats all lazy Guys!“ (faule Hunde) war die Bemerkung eines Crewmitglieds. Sie haben es dann wohl noch bis 23.00 Uhr herausgezögert, dann sind wir endlich ausgelaufen. Ich hatte mich vorher schon hingehauen, und gepennt. Schade, ich wäre gern beim Auslaufen dabei gewesen!!!

Blick in die Kammer von Michael


Das ich heute nicht in der Stadt (Tanger) war, bereue ich nicht. Es war ein SUPER TAG, BOMBENWETTER sowie eine BOMBENAUSSICHT, da hätte die Stadt nicht mithalten können!
Und außerdem – den verrückten Busfahrer der Linie 66 in Tilbury kann so wie so nix toppen! Solch einen verrückten Kerl wie den habe ich schon ewig nicht mehr getroffen!

Montag, den 29.09.2014

Nachmittags, so gegen 17.00 Uhr,  wird ein Barbecue veranstaltet, das Wetter muss sich dafür noch mächtig anstrengen, denn als ich aufstand, regnete es und es war auch recht diesig. Der Kapitän ist immer ganz begeistert, wenn es regnet, er nennt das dann „Automatic  Ship’s Clearing“! Nach dem Frühstück bin ich auf die Brücke, wo Alex Dienst hatte. Er hat mir genau erklärt, wie es sich mit den Positionsangeben (z.B. „38° 14. 684 n“ ) und so verhält. Jetzt weiß ich endlich, wie das alles genau berechnet wird! Hat mich schon immer mächtig interessiert. Danach bin ich auf die Bude und habe noch bis Mittag gepennt. Es gab so was ähnliches wie Lasagne, aber mit Blätterteig und Ei und ich weiß nicht was noch alles drin…….   Man könnte sagen, der Cookie hat mal sein Kühlhaus aufgeräumt. Alles, was weg musste, war drin – aber es schmeckte!

Kurs Cagliari  (Sardinien)


Auf der Brücke mit der 2. war es interessant, der 2.Chief aus der Maschine kam auf Besuch, um mit ihr ein wenig polnisch zu quatschen. Umstellung der Zeit fand um 13.00 Uhr statt. Uhren wieder vorgestellt auf 14.00 Uhr. Nun ist hier wieder die gleiche Zeit wie zu Hause. So gegen 15.00 Uhr überholt ein riesengroßes, 366 Meter langes Schiff der Reederei CSCL. Die „VENUS“, sie hatte in Hamburg beim Auslaufen direkt gegenüber gelegen. Davon gibt es sogar ein Bild! Ja ja, so trifft man sich wieder, in weiterer Ferne erkenne ich durch das Fernglas ein rotes Schiff, das aussieht, als sei es von HH Süd. Ich frage die 2. Und siehe da, sie kann auf dem Radar erkennen, dass es sich um die „CAP HARRISON“ handelt, ein von Hamburg Süd gechartertes Schiff. Ich hatte es in Antwerpen am 21.09.2014, um 18.44 Uhr gesehen und fotografiert.
Abends dann ab 17.00 Uhr BARBEQUE! Sogar ein Spanferkel hatten sie da! Einen Mordsgrill, reichlich Holzkohle, Salate, Brot, Fleisch, sauscharfe Soßen und ich weiß nicht, was sonst noch alles! Da haben wir mal „die Kuh fliegen lassen“. Es fand auf dem „A“-Deck statt, dort, wo man auch an Bord kommt, wenn man die 59 „Steps to Heaven“ erklommen hat. Wir haben alle zusammen gesessen, gegessen, erzählt, Bier getrunken und uns alle köstlich amüsiert! Zu vorgerückter Stunde, einige Biere hatten die Jungs der Crew „locker“ werden lassen. Sie fingen an zu singen und zu tanzen, ein paar ganz Mutige haben dann die 2. und die Deckskadettin aufgefordert, die diesen Spaß locker mitgemacht haben. Echt köstlich, selbst die Mädels haben sich kaputt gelacht. So gegen 21.30 Uhr war Schluss, da waren  nur noch ein paar übrig, es hat auch gereicht, mit Musik, Tanz und Bier………
Ein sehr schöner Abend war das, da gibt es kein Wort dagegen!

Dienstag, den 30.09.2014

Da wir in Richtung Osten fahren, kann ich endlich mal einen SonnenAUFgang fotografieren, nicht immer nur Untergänge! Als ich mein Fenster öffne, merke ich schon: „Oh, warm!“ Nach dem Frühstück gehe ich noch kurz nach draußen und merke, wie schwül es ist!

Sonnenaufgang im Mittelmeer


Na SUPER, DAS fehlt mir noch!
Ich hatte den Chief beim Frühstück getroffen, er meinte, so gegen 18.00 Uhr wären wir in Cagliari, na, mal sehen! Nun muss aber erstmal der Koffer gepackt werden, DAS hätte ich denn schon gern VOR dem Einlaufen in Sardinien erledigt, da ich das letzte Anlegemanöver von der Brücke verfolgen möchte.
Es ist 10.30 Uhr, ich war NICHT zum Kaffee, bin fertig mit packen und es scheint ein wenig warm zu werden hier……
Mittag gegessen, es gab von allem etwas, was gestern beim Barbecue übriggeblieben ist, wie immer ALLES SEHR LECKER!!! Dann auf die Kammer -draußen kann man es kaum aushalten- zum „Runterkühlen“. Um 15.00 Uhr ist meine letzte Kaffeepause an Bord, dann hoch auf die Brücke, wo die 2. noch Dienst hatte bis 16.00 Uhr, dann kam der Chief Mate. Es ging relativ fix, bereits um 15.30 Uhr konnte man Sardinien erkennen um 17.00 Uhr kam der Lotse, seit 16.30 Uhr war der Kapitän auf der Brücke. Irgendwie merkte man doch die Anspannung des bevorstehenden Manövers, es sollte echt irre werden!

15.00 Uhr.... Coffeetime



Der Lotse war ein lustiger Vogel und haute einen Joke nach dem Anderen raus. Die Jungs scheinen sich schon länger zu kennen, aber das ist auch kein Wunder, wenn ein Schiff im Liniendienst fährt. Irgendwann kennt man sich.

Hafeneinfahrt in Cagliari


Wir hatten 2 Schlepper, der eine davon war der Bruder des Lotsens. Das Einlaufen in den Port war ein Schauspiel SONDERGLEICHEN! Davon habe ich jede Menge Fotos gemacht, dann war es soweit, ich hatte die Möglichkeit, mich noch fast von allen persönlich zu verabschieden. Kapitän Biliskov hätte mich fast in den Arm genommen, wir haben uns alle super verstanden, ich bin ganz ehrlich, ich werde die Jungs schon ein wenig vermissen! Aber dann ist er da, der ABSCHIED.

Einfahrt in Cagliari


Der Liegeplatz


Beim Einlaufmanöver in der Nock


Fest in Cagliari


Einer der Crew hat noch meinen Koffer runtergewuchtet, eigentlich hatte ich gedacht, sie würden wieder den Kran nehmen,. Aber der Chief meinte nur “He’s a young Gay!“  Der arme Kerl, sage ich nur. Da der Agent abends nicht mehr kommen wollte, musste ich mir ein Taxi in die Stadt nehmen, 20 Euro, aber für die Fahrt in die Stadt, die 30 Minuten gedauert hat, ist das in Ordnung. 15 Minuten Stau muss man auch noch dazurechnen. Mann, hier ist vielleicht was los noch, um diese Uhrzeit! Kurz vor 20.00 Uhr und hier steppt der Bär! Dann kommen wir beim Hotel an, ich frage den Taxifahrer, ob er sicher ist, das richtige Hotel gefunden zu haben. Hat er!!!
Das Hotel befindet sich in einem großen, alten Gebäude, im dritten Stock. Der Hotelflyer und das Internet bringen es aber so rüber, dass das gesamte Gebäude das Hotel sei. DEM IST NICHT SO!!!
Kurz nach 20.00 Uhr sitze ich dann in der „Lounge“ und trinke ein leckeres, kaltes Becks! Dabei telefoniere ich dann mit meiner Frau und erzähle ihr von meinen ersten „sardischen  Eindrücken“, allerdings genau habe ich es nicht erzählt, mache ich besser, wenn ich zu Hause bin. Um 22.00 Uhr habe ich dann im Bett gelegen.

Mittwoch, den 01.10.2014

Habe mich  für eine „Stadtbesichtigung“ der etwas anderen Art entschieden, 1 Stunde = 8 Euro! Na, DAS war ein Ding! Am Hafen, gar nicht mal so weit vom Hotel, -wenn die Baustelle nicht wär!-, stehen die Stadtbesichtigungsbusse, davor rennen dann die „Eintreiber“ rum und verhökern dir das Ticket. Mein  Bus hat dann auf die „Fracht“ aus einem Kreuzfahrer gewartet. SUPER! Zusammengepfercht mit etwa 12 bis 15 Spaniern, in einem „nicht mehr so ganz frischen“ Ford Transit haben wir die Hügel bis zur Kathedrale erklommen. Für 8 Euronen gibt es natürlich keine geführte Stadtbesichtigung, da muss man schon selbst tätig werden. Also wurden die Spanier oben an der Kirche rausgeschmissen, nur ich bin sitzengeblieben. Erst dachte der Fahrer, ich hätte ihn nicht verstanden, aber als er endlich begriffen hatte, was ich wollte, gab er sein letztes. Mit dem klapprigen Transit ist der durch den  Verkehr gerauscht, immer auf dem Laufenden durch permanenten Handykontakt mit Gott und der Welt. Wen der alles in dieser Stunde angerufen hat und angerufen wurde, das schafft manche Hotline nicht! Nachdem er mich dann am Hafen wieder rausgelassen hatte (Wo war bloß mein Busfahrerfreund aus Tilbury?) habe ich mich zum Verschnaufen auf eine Bank am Hafen gesetzt.
Überall rennen hier Afrikaner rum, die dir irgendwas verkaufen wollen. Angefangen bei „Original afrikanischen Pfeil und Bogen“ mit denen schon Löwen gejagt wurden, Uhren, Handys, Ketten und sonstiger Touristen Schnick Schnack. Man sollte diesen Herren bestimmt aber nicht zu massiv gegenübertreten, sonst könnte es zu „Unstimmigkeiten“ kommen und die sind nachweislich in der Überzahl! An der Touristen Info am Hafen gab es einen Busfahrplan, wer ein abgeschlossenes Mathematikstudium nachweisen kann, wird das Ding sofort begreifen, der Rest der Menschheit muss sich dann darauf verlassen, es irgendwie anders zu begreifen. Gib Dir Mühe! habe ich mir selbst gesagt. Ich wollte ja mit aller Gewalt nochmal zum Port, um meinen neuen Freunden der RB beim Auslaufen zu winken.  Aber – wenn sie dich nicht verstehen wollen, hast du keine Chance! Vor dem Bahnhof von Cagliari liegt der Busbahnhof, es gibt ein paar Ticketautomaten und wenn man dann den Sinn dieses Planwirrwarrs verstanden hat, kann man die Busse auch benutzen. Nur auf Englisch sollte man die „Herren Busfahrer“ nicht ansprechen! Da können sie gar nicht drauf. Sagt einem aber keiner, diese Erfahrung muss man selbst „durchleben“, man fragt den Fahrer was und der nimmt seine Zeitung und fängt an zu lesen und zuckt mit den Schultern. Versucht man es dann in Deutsch, legen sie wenigstens die Zeitung weg und reden auf einen ein. WAS sie allerdings sagen, will ich besser nicht wissen, es ist aber besser Deutsch als englisch mit den Fahrern zu reden.

Cagliari


Vor dem Bahnhof haben die Afrikaner ihre „Verkaufsmeile“ in einem kleinen grünen Wäldchen, wo sich am Rand die Touristen Info und mehrere Ticketautomaten befinden. Hier, an der Touri-Bude, in dem eine junge, nette „Auskunftsdame“ sitzt, haben auch die Carabinieri ihren „Stamm Platz“. Sie sind „voll aufgerödelt“, mit 8 (!) Mann stehen sie im Schatten und flirten mit der Auskunftsdame, was das Zeug hält. Angereist sind sie mit einem Fiat Mannschaftstransportwagen und da ist so ziemlich alles drin, was der Carabinieri von heute braucht. Schlagstock mit einer gesunden Länge von mindestens 1 Meter und bestimmt 5 cm Durchmesser, durchsichtige Schutzschilde, die vielen „Merkmale“ darauf zeigen, dass die Dinger nicht unbedingt als Regenschutz benutzt werden.  Keiner von denen ist älter als etwa 25 bis 28, alle haben ein breites Kreuz, tragen Spiegelsonnenbrillen und ihre Bekleidung ist ein blauer Kampfanzug, garniert mit einem schönen, dicken Revolver. Ist echt beeindruckend! Wenn sie merken, Du bist Touri und brauchst Hilfe, lassen sie sich nicht lumpen, dann helfen sie dir, zwar nicht in lupenreinem Englisch, aber immerhin!
Nachdem ich mir dieses Schauspiel angesehen hatte, habe ich mir im Bahnhof Postkarten gekauft. Geschrieben habe ich sie dann im “Café Abgas“ vor dem Hotel, nachdem ich mich auf meinem Zimmer abgekühlt hatte. Es ist SCHWEINEHEISS hier! Als ich vor dem Hotel sitze, bemerke ich 2 jüngere Deutsche, die ein Zimmer für die Nacht suchen. Ich habe ihnen geholfen, aber in „meinem“ Laden wollten sie nicht absteigen, zu teuer! Kann ich verstehen!
Um 18.00 Uhr schaffe ich es tatsächlich, mir am Busbahnhof ein Ticket für 1,20 Euro zu kaufen und habe die Busverbindung zum Port rausbekommen. Um Punkt 18.00 Uhr setzt sich der Bus vom Bahnhofsvorplatz mit 1 weiteren Passagier als mir in Bewegung. Es ist immer noch SCHWEINEHEISS!
Die Autos fahren hier zwar so ziemlich alle wie die Henker, aber die Busfahrer setzen noch einen drauf! Da der Bus (laut, Plastiksitze, heiß OHNE Klima!) recht „speedfreudig“ ist, läßt der Driver den Hirsch mal springen.

Cagliari



KREISVERKEHR?
Das ist was für Angsthasen, da knallt er mit seinem „Dampfer“ rein, immer darauf hoffend „gestern haben sie auch angehalten“. Aus Zeitverzögerung kann es nicht sein, ist wohl mehr als Sport hier zu sehen. Na ja, irgendwann kommen wir am Wendepunkt am Port an, ich steige aber nicht aus, die RB liegt immer noch festvertäut an der Pier und ich weiß die Auslaufzeit nicht. Aber ich habe sie noch mal gesehen! Also fahren wir die Strecke wieder zurück zum Bahnhofsvorplatz. Von hier aus geht es dann um immerhin 19.00 Uhr(!) durch die Hitze zum Hotel. In der Lounge habe ich noch 2 Bier getrunken und mit zu Hause telefoniert, anschließend geduscht und dann – AB IN DIE FALLE!!!

Donnerstag, den 02.10.2014

Geschlafen habe ich bis gut 7.00 Uhr, den heutigen Tag werde ich mit Sicherheit entspannter hinter mich bringen, so viel steht schon mal fest. „Slow Ahead“ (halbe Kraft) wäre wohl die richtige Bezeichnung. Nach dem Frühstück ganz langsam die Via Roma runterspaziert, habe mir ein paar Zeitungen gekauft, die werde ich gleich in Ruhe studieren. Am Ende der Baustelle, die die Straße in der Mitte teilt, abgebogen und habe den Vormittag bei ausgezeichnetem Wetter (etwa 22 Grad, nur selten Sonne, leichter Wind) am Hafen verbracht. Gegen Mittag bin ich dann langsam vom Hafen in Richtung Hotel spaziert, noch ein paar Fotos gemacht, ein Eis in der Eisdiele geholt, war nicht schlecht, aber auch nicht sooo der Brüller, danach erstmal Siesta gemacht bis etwa 15.00 Uhr. Langsam für das „Café Abgas“ vorbereitet, den Nachmittag hier (es ist ja der letzte!) will ich absolut entspannt mit Zeitung lesen und Kaffee trinken verbringen. Ich sitze im Café ORIENTAL vor dem Hotel, lasse die Leute an mir vorbeihetzen und genieße die letzten Stunden. Hier ist jetzt um diese Uhrzeit der Bär los, die Sonne hat inzwischen den Kampf gegen die Bewölkung gewonnen und knallt in gewohnter Härte auf Sardinien runter. Das kann man eigentlich alles nur im Schatten ertragen hier, es ist schon wieder gut warm! Die morgens zusammen mit dem „STERN“ gekaufte sardische Zeitung (so was wie „BILD“-Verschnitt) hilft ungemein, nicht permanent von den ständig vorbeigehenden Händlern belästigt zu werden. Sitzt du hier und schreibst Postkarten, hast du verloren, liegt aber eine Zeitung aus Sardinien auf dem Tisch, glauben die Händler alle, du seist Einwohner, weil sie nur die „Touris“ angraben.

Cagliari


Es ist 17.15 Uhr, die Busse sind voll wie Ölsardinendosen, vielleicht kommt ja da der Name her??? Und wenn die Polizia Locale Cagliari mit 3 Mann vorbeiflaniert, merkst du, DAS hilft! Hier sind die immer mal wieder präsent, den nötigen Respekt holen sie sich schon, keine Frage. Freundlich, wenn sie was von Touris gefragt werden (eben passiert) , oder – wenn nötig – mit Biss bei den Afrikanern, wenn sie ihren „Handel“ übertreiben. Da gibt’s keine Diskussion, das läuft wie geschmiert hier!
So langsam ist Schluss mit „Lustig“, ich muss mich vorbereiten für morgen. Also, ade Café ORIENTAL, ab nach oben ins Hotelzimmer, rasieren, duschen und dann nochmal 2 Bier in der Lounge getrunken.

Freitag, den 03.10.2014

Heute ist mein großer Tag, ich muss/soll/werde fliegen!!! Hatte mir den Wecker auf 06.15 Uhr gestellt, kurz vorher war ich wach! DAS klappt also schon wieder!
Heute Morgen wird mal echt italienisch gefrühstückt, d.h., erst ein Brötchen mit Eselssalami, danach die Kekse mit Marmelade, 2 große Gläser mit O-Saft und zum Schluss noch ein zackiger Espresso, damit der Schweiß auch ja gut läuft! Danach habe ich mich verabschiedet, noch mal aus dem Fenster der Lounge auf den Hafen gesehen und dann – AB GEHT DIE LUTZIE!!!
Für 08.30 Uhr hatte ich mir gestern Abend schon ein Taxi bestellt, kurz nach halb war es dann da.
Ein „etwas älteres“ Fahrzeug, welches immerhin   – von mir selbst abgelesenen -  298 614 Kilometer auf dem Buckel hatte! Ich zeige auf die Uhr und gebe ihm zu verstehen, er möge mal Gas geben, meinte der Fahrer nur „Don’t Worry!“ Dafür, dass sie sonst kein Wort englisch reden (wollen), spricht der hier ja nahezu perfekt! Er holt die vertrödelte Zeit locker durch seine stramme Fahrweise wieder rein, während er DIE GESAMTE STRECKE vom Hotel bis zum Airport telefoniert mit irgendwelchen Leuten. Das iPhone liegt dabei immer auf dem rechten Oberschenkel, damit er auch noch SMS schreiben kann. Ein absolutes Multitalent! Er telefoniert auch weiter, als wir am Airport ankommen, hilft aber beim Ausladen und verabschiedet sich höflich. 15 Euro die Rutsche, ich denke, der Preis passt.
Jetzt wird es ernst! Der Flieger wartet!

Am Flughafen


Ich mach das ja zum 1. Mal, also den nächsten Schalter gesucht, an dem jemand ist und gefragt, wie das hier so läuft. Sie sprechen ENGLISCH! Na, DAS ist doch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung! Glück muss man(n) haben, ich habe gleich den richtigen Schalter zum Einchecken erwischt, die Dame ist sehr nett und hilft mir. Das Koffergewicht liegt „leicht“ drüber, was das kostet, winkt sie ab. „8 kg? It’s o.K., Sir!“ Das ist doch mal eine Ansage! Ich bedanke mich und mache mich auf den von ihr beschriebenen Weg zum Gate 5.
Vorbei an Souvenirläden, mein Gott, wer kauft bloß solch einen Kram? Weiter zum nächsten Kontrollpunkt, den man nur mit der Bordkarte öffnen kann, die mir die „Eincheckdame“ gegeben hatte. Neben jedem Kontrollpunkt steht ein Aufpasser in Uniform, aber begrüßt jeden mit einem  „Bon Giorno!“ Weiter geht’s! Es ist noch nicht viel los, aber man läßt uns trotzdem durch endlose Elefantengitter rennen, mit denen man z.B. in Neuschwanstein  versucht, den anstürmenden Touristen irgendwie  Herr zu werden.
Nächster Kontrollpunkt: Handgepäck- und Personenkontrolle.
Das Gepäck  und das Handy kommen in eine schwarze Plastikschale und werden durchleuchtet. Man selbst geht durch einen Bogen, der Metall aufspürt. Jetzt ziehe ich meinen Trumpf aus der Tasche! Ich habe meine 3 (!) Transplantationspässe (da soll erstmal einer mithalten!) griffbereit in der Hand. Bei mir fängt das Ding an zu leuchten wie der Weihnachtsbaum im KADEWE. Ein Kontrolleur soll mich abtasten, aber um an meine Schultern zu kommen, müsste er mindestens auf einer Apfelsinenkiste stehen, aber dafür hat er es ja nicht so weit nach unten. Selbst seine Kumpels feixen sich einen und zwinkern mir zu und einer stellt sich auf die Zehenspitzen. Sie grölen vor Freude. Eine lustige Gesellschaft hier, denke ich, aber ich hätte bis an die Zähne bewaffnet sein können, mein Kontrolleur hätte das niemals ertastet. Egal, dafür geht es aber alles Ruck Zuck!
Ich gehe nach ein paar Fotoaufnahmen weiter und ENDLICH ist Gate 5 zu sehen! Ca. 30 Leute sitzen hier schon, ich setze mich dazu und sehe mir alles in Ruhe an. Zeitmäßig läuft es super. So gegen 09.10 Uhr geht es los, es öffnet sich eine Absperrung und nachdem die Bordkarte nochmal eingelesen wurde –übrigens von der Mitarbeiterin, die mir die „8 kg“ geschenkt hatte- geht es an Bord. Nun gibt es kaum noch ein Zurück, 2 Stewardessen begrüßen jeden am Eingang und wünschen einen „Guten Flug!“ Sie sollten Recht behalten!

Im Flieger


„Reihe 12, Platz C, ist am Notausgang, direkt am Gang“  sagt sie freundlich. Platz ist schnell gefunden, Laptoptasche ins Handgepäck, fertig! Da ich sehr zeitig an Bord war, kann ich mir –ganz entspannt!- das Füllen des Fliegers ansehen. Manche Leute muten ihren Kindern auch was zu! 2 noch sehr kleine Kinder (eins ca. 2-3 Jahre alt, das andere locker UNTER 1 Jahr!) sitzen schräg vor mir auf der linken Seite. Ich sitze übrigens in Flugrichtung rechts (Portside). Irgendwann ist das Ding voll, neben mir hat ein Ehepaar aus Luxemburg Platz genommen. Sehr nette Leute. Der Kapitän stellt sich vor, er ist von der Sprache und vom Namen her unschwer als englischer Staatsbürger ausmachbar. ABER sein 1.Offizier, also der Ko-Pilot heißtHERBERT PETERS!
„Das kann nur gutgehen hier, das ist mein Namensvetter!“ sage ich zu dem Ehepaar neben mir. „Ach – sie kennen sich oder sind sie verwandt?“ fragt sie. Nachdem ich die Sache aufgeklärt habe lachen wir und die schönste Unterhaltung ist im Gange. NIX ist mit Nervenflattern  oder Angst. Der Flug ist sehr entspannt und wie  mir meine beiden Mitreisenden zum Schluss sagten, für sie auch so schnell vorbeigegangen. Nach der Landung (nur 1x gehüpft), erstmal alle rausgelassen. „Die treffen wir alle am Kofferband wieder!“ sagt mein Nebenmann. Recht sollte er behalten. Dafür konnten wir ganz in Ruhe den Flieger verlassen, von den Stewardessen gab es noch ein Schoko-Herz am Ausgang, das war’s!
WAR KLASSE! Gebe ich ganz ehrlich zu!
Ich weiß nicht, wie es gewesen wäre, wär der Flug „holperig“ verlaufen, dann hätte ich sicher eine andere Betrachtungsweise, aber so geht das aber absolut!

Der Flieger

Foto: "Der Kölner" (Freigabe des Fotos erteilt)

15 Minuten habe ich etwa am Kofferband gewartet, dann war meiner auch da, von der Zeit absolut i.O., danach ging es zum Skytrain, der in permanentem  Wechsel zum Bahnhof und Flughafen verkehrt. Besteht aus 2 bis 4 Wagen für etwa je 30 Personen und ist so etwas wie eine verkleinerte Schwebebahn. Für 8 Minuten war es akzeptabel, denn die Kisten sind immer rappelvoll! Am Hauptbahnhof angekommen (Endstation Skytrain) habe ich mich umgesehen, von welchem Gleis der ICE nach Berlin startet. Gleis 1, Abfahrt 14.03 Uhr, d.h., noch gut 30 Minuten Wartezeit. Gott sei Dank keine Rennerei oder sonstiger Stress wegen eines verspäteten Zuges oder so, nein, alles ganz easy!
So kann ich noch schön oben im Bahnhof sitzen, unten am Gleis 1 knallt die Sonne! Wärme hatte ich die letzten Tage wirklich mehr als genug! Superpünktlicher Start des Zuges, durch meine Sitzplatzreservierung war mein Platz frei, zu dem ich erst nach Stärkung im Bordrestaurant gegangen bin. Das Essen war prima, wenn auch nicht ganz billig, aber es war O.K. Die Heimreise verlief absolut ruhig, sicher füllte sich der Zug, aber die letzten 3 Stunden gingen wirklich sehr schnell vorbei.


Fazit:
Für das Wetter (und ich hatte AUSNAHMSLOS Spitzenwetter!) –gerade in der Biscaya- kann wohl keiner bürgen, aber eins weiß ich, sollte sich wirklich jemand für eine Frachtschiffreise interessieren, kann ich nur „meine“ RIO BRAVO empfehlen! Die GESAMTE Crew war einsame Spitze, KEINER hat mich je spüren lassen, dass ihn evtl. die Fragerei stören würde, ich bin herzlich aufgenommen worden. Ganz großes Kompliment für die mir gegenübergebrachte Gastfreundlichkeit. Auch der Umgang der Leute untereinander war beeindruckend, liegt aber an der absolut offenen Art von Kapitän Veselinov!
Sollte ich eine weitere Reise dieser Art planen oder „in Angriff nehmen“, so werde ich alles daran setzen, versuchen zu meinen neuen Freunden der RIO BRAVO zu kommen.
Zusatz:
Bei der Arbeit für diesen Reisebericht bin ich im Internet auf ein Bild gestoßen, welches „meinen Flieger“ am 03.10.2014 in Düsseldorf bei der Landung zeigt. Aufgenommen hat es „Der Kölner“, ein Fotograf, der sich u.a. der Fotografie von Flugzeugen angenommen hat. Ich bedanke mich hiermit ausdrücklich bei ihm für die Freigabe „meines Bildes“ und sage noch einmal

VIELEN DANK!

Sämtliche Fotos dieser Reise und noch viele mehr wird es in Kürze auf meiner thunfisch1967 Google+ Seite in voller Größe zu sehen geben. Hier der Link zu meiner Google+ Seite:


plus.google.com/u/0/b/101949195455862690153/101949195455862690153/posts








 


 

 







Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von sylvia heuwind( sylvia-heuwindt-online.de ), 05.01.2017 um 09:07 (UTC):
Hallo,
mein Mann und ich gehen am 23.03.2017 auf das Frachtschiff CMA CGM benjamin fränklin, von Hamburg nach Malta. Für mich das erste Mal, freue mich schon sehr, und bin auch sehr gespannt wie alles abläuft. Mein Mann kann gut englich, ich leider nicht, aber ich denke mal das geht gut.
Dein Bericht habe ich gelesen, einfach toll.
Bis bald
Sylvia aus Koblenz

Kommentar von volker fege( volker.fegearcor.de ), 12.01.2015 um 07:43 (UTC):
Mann Meikel,
das Lesen dauert bestimmt fast so lange wie die Reise.
Super Ding, wusste gar nicht das es so etwas gibt.

Kommentar von Arno Rattunde( arnorattundet-online,.de ), 30.12.2014 um 10:59 (UTC):
Hallo Schreiber,

einsame Spitze der Bericht!!

Das macht LUST aufs Reisen..........



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