Reisen auf Frachtschiffen und "DDG HANSA" - Bremen
  Verschollen auf hoher See - Andreas Fischbach
 

Das Schicksal des Messestewards ANDREAS FISCHBACH

Ein sehr bewegender Anruf erreichte mich vor kurzem von Axel Lawaczeck. Sein Onkel Andreas Fischbach wird seit dem 18.7. 1960 vermißt. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt an Bord eines unbekannten Schiffes der DDG HANSA. Seitdem versucht seine Familie verzweifelt herauszufinden, was damals wirklich passiert ist.... bisher ohne Erfolg.
Vielleicht kann sich ja ein ehemaliger Hansafahrer noch an Andreas Fischbach erinnern, oder hat durch Erzählungen auf anderen Schiffes irgendetwas von diesem Fall gehört.

Hier die Einzelheiten:


Hallo Herr Poddig,
 
"Auf hoher See verschollen
Wie wir hören, ist die Familie des Zahnarztes Dr. Fischbach von einem sehr schmerzlichen Verlust betroffen worden. Ihr Sohn Andreas, der seit einigen Jahren in der Passagierschifffahrt tätig war, soll bei grober See über Bord gespült worden sein. Obwohl das Schiff sofort zurückdampfte, konnte der junge Mann noch nicht gefunden werden. Einzelheiten werden erst zu erfahren sein, wenn das Schiff in den Hafen zurückgekehrt ist."

Ein Jugendfoto von Andreas Fischbach


Die Rückseite des Fotos
 
  

1960 verschollen: Wer hat Hinweise zu

Messesteward Andreas Fischbach?

 

Wir suchen Hinweise zum Verschwinden von Andreas Fischbach, meinem Onkel, dem Bruder meiner Mutter.

 

Andreas Fischbach

geboren 31.8.1942 in Stadthagen

Festgelegter Zeitpunkt des Todes: 18.7.1960, 24 Uhr (wahrscheinlich im Golf von Aden)

für tot erklärt am 20.8.64

Schiffsjunge/Messesteward, mit größter Wahrscheinlichkeit bei der DDG Hansa (dieser Reederei-Name wurde immer genannt, ein Schiff mit -fels)

 

Familie des Verschollenen

Meine Mutter (Jahrgang 1944) erlebte den Tod Ihres Bruders als junges Mädchen. Der Tod des Bruders wurde in der ansonsten harmonischen Familie tabuisiert. Die Eltern von Andreas haben wohl alle Unterlagen wie z. B. das Seefahrtsbuch entsorgt. Warum? Nach deren recht frühem Tod verweigerte auch der Familienanwalt, der die Hintergründe kannte, meiner Mutter mit Hinweis auf ein gegebenes Versprechen Auskunft.

 

Eventuell war es ein Suizid. Heimweh, Einsamkeit, die Härte an Bord können belastend sein – meine Mutter meint allerdings, sie könne sich einen Suizid bei ihrem Bruder, einem fröhlichen Draufgänger, nicht vorstellen.

 

Eventuell war es ein als Unfall getarntes Verbrechen. Suizid oder Verbrechen – das könnten Gründe für ein Tabu sein. Wir suchen parallel nach weiteren Spuren bei Ämtern und Archiven, aber vielleicht hat jemand von den hier Mitlesenden Andreas Fischbach gekannt? Oder aber von einem 1960 Verschollenen erfahren?

 

 

Wir danken  sehr für alle Hinweise,

 

Axel, 0179 - 5209196





Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Gernot Klemm( gernot_klemmyahoo.de ), 17.03.2016 um 13:41 (UTC):
Hallo zusammen,
Ich kann als ehemaliger Nautiker der Hansa zu diesem Fall einige allgemeine Hinweise geben. Der Tod wurde sicher sehr umfangreich im Schiffstagebuch dokumentiert. Abschriften dieser Dokumentation wurden nach der Reise zusammen mit der vom Kapitän des Schiffes erstellten Vermisstenanzeige an das Standesamt/Staatsanwaltschaft des Heimathafens abgegeben. Das ist Bremen, so dass dort auch mit der Suche begonnen werden sollte. Aus der Sterbeurkunde ist der Name des Schiffes ersichtlich. Ob die alten Schiffstagebücher der DDG Hansa noch existieren, ist mir nicht bekannt. Vor dem Zusammenbruch der DDG Hansa wurden bei einem Verkauf eines Schiffes die Schiffstagebücher im Kontor an der Schlachte archiviert.
Ein weiterer Ansatzpunkt wäre wie von Olaf Emig genannt die Seeberufsgenossenschaft, denn auch die musste von dem Vorfall unterrichtet werden, da ein Unfall ja nicht auszuschließen war.

Gruß
Gernot Klemm

Kommentar von Olaf Emig( olafemiggmail.com ), 03.04.2015 um 15:57 (UTC):
Moin,
war Hansafahrer(Deck) von 1963 bis 1967. Habe mehrere schwere Unfälle, Suizidversuche u.ä. gesehen und erlebt. Interessant wäre es zu erfahren, nach welchen Kriterien die Seeberufsgenossenschaft welche gesundheitliche/psyschische Beeinträchtigung der Seeleute draußen in der Welt erfasst hat.

Gruß
Olaf Emig



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